Donnerstag, 6. September 2007

Chicago - The Windy City

Am Samstag bin ich in Chicago angekommen und nachdem alle Hostels ausgebucht waren, uebernachtete ich erstmals eine Nacht im Hotel Wacker. Ein etwas veraltetes Hotel, aber immerhin mit grossen Bett und Fernseher. Ausserdem lags nahe dem Zentrum und dem Fortgehviertel. Da ich aber etwas geschlaucht war, schaute ich mir erstmals im Fernsehen Barcelona gg. Inter Mailand an. Obwohl das Spiel sehr gut und torreich war, schlief ich trotzdem nach 5 Minuten ein. Wieder aufgewacht am Abend, schlenderte ich noch ein wenig durch das Viertel, streifte die Einkaufsmeile Michigan Avenue und ging dann Abendessen in ein Pub. Immer noch etwas muede, ging ich dann um 12 Uhr nach Hause.

Am Sonntag wechselte ich vom Hotel ins Hostel. Da man erst um 5 Uhr einchecken kann, gings weiter zum Jazzfest Chicago, das im nahen Grant Park stattfand. Dort lauschte ich ein wenig der Musik, riskierte ein "richtig amerikanisches" Essen, naemlich ein Rib Sandwich - 2 Kotellets in Unmengen von Barbecue Sauce (das muss Homer Simpson einfach schmecken), schlenderte ein wenig den See entlang und landete wieder beim Jazzfest. Am Abend erkundete ich noch die Stadt zu Fuss, indem ich einfach kreuz und quer durch die Strassen ging und landete in "Blue Chicago", einen Blues-Club, wo gleich 2 Bands an einem Abend spielten. Nach ein paar Cocktails, machte ich Bekanntschaft mit einem frisch vermaehlten Paar aus Pittsburgh, die mir so ziemlich alle bekannten Staedte der USA aufzaehlten, wo ich unbedingt noch hinschauen muss.

Am Montag war es wieder extrem heiss und deswegen entschied ich mich sofort fuer einen der Straende Chicagos. Am North Avenue Beach, fruestueckte ich erstmals am Sonnendeck, wo mir ein Paerchen ein paar Tips gaben, was ich in Chicago und den USA alles unternehmen soll (Go to the Cubs!). Danach relaxte ich einmal am wunderschoenen Sandstrand. Nachdem ich einige Kapiteln in meinen Buch gelesen hatte, hoerte ich, dass am Sonnendeck schon die Party startete, und wechselte wieder dorthin. Die Live-Band sorgte fuer ziemlich gute Stimmung und auch der Mojito schmeckte ziemlich gut. Dort lernte ich auch Dan, Megan und Peter kennen, mit denen ich mich auf Anhieb gut verstand. Nach ein paar weiteren Mojitos und Bier, teilte ich mir mit Peter ein Taxi und fuehr zurueck ins Hostel. Etwas ausgelegt von der Sonne und leicht betrunken, schlief ich im Bett ein und verzichtete auf weiteres Abendprogramm.

Am Dienstag machte ich, trotz des heissen Wetters, eine kleine Stadttour. War aber, da mir der "El" (Hochbahn von Chicago) den Schlaf raubte (ging direkt an meinem Zimmer vorbei), nicht wirklich motiviert. So machte ich im Millenium Park auch gleich ein kleines Nickerchen. Wieder erholt gings die Kueste entlang zum Navy Pier und dann mit der roten Linie weiter nach Lake View. Waehrend ich die Clark Street entlang schlenderte, entdeckte ich "Wiener Circle", ein Wuerstelstand, wo sie die echten Chigacoer Hot Dogs - Vienna Beef - verkauften. Mit Wien hat der Hot Dog aber nur die Unfreundlichkeit der Bediensteten gemein, sonst nicht sehr viel. Der Vienna-Beef Hot Dog besteht aus einem kleinen Wohnweckerl mit Franfuerter Wuerstel und dazu schaffen sie es irgendwie noch Unmengen von Zutaten reinzupacken: riesige Essiggurkel, Pfefferoni, Zwiebel, Sellerie, Senf und noch einiges aber KEIN Ketchup. Ich ging dann noch die Clark Street weiter nach Wrigley, wo ziemlich viel los war, da gerade ein Spiel der Cubs startete - in Chicago dreht sich alles um Baseball, dann erst kommt Football und Fussball, fuer die frueher so erfolgreichen Chicago Bulls interessiert sich ueberhaupt niemand mehr.
Am Abend ging ich mit Megan, Dan und Peter in ein franzoesisches Bistro essen - war ausgezeichnet und danach noch auf ein paar Bier in ein nahes Pub mit ausgezeichnetem Bier-Menue, u.a. auch Stiegl Bier, welches Meg und Dan gleich testeten.
Der Mittwoch stand wieder im Zeichen von Sightseeing, ich fuehr nach Wicker Park, wo es coole Cafes und Geschaefter gab. Somit ging ich zum ersten Mal Shopping und kaufte auch gleich etwas. Danach fuhr ich wieder zuruck zur Loop (=Zentrum) und fuhr auf den Sears Tower rauf, den hoechsten Gebauede Amerikas. Da das Wetter aber etwas schlechter wurde - endlich denn es war schon extrem schwuel - war die Aussicht nur so lala, aber gut genug um die Skyline von Chicago zu bewundern.
Heute gehts dann weiter nach Washington, D.C. Da die Busfahrt ziemlich lange ist, habe ich mir einen Flug gegoennt.

Samstag, 1. September 2007

Niagara Faelle und Buffalo

Nach Toronto gings zu den relativ nahe gelegenen Niagara-Faellen, vielleicht DAS landschaftliche Highlight Nordamerikas (aber da wird wohl jeder seine eigene Meinung haben). Wir kamen ohne Verspaetungen in Niagra Falls, Ontario an und das Hostel war auch nur einen Katzensprung vom Busterminal entfernt. So checkte ich dort schnell ein und machte mich zu Fuss entlang des Niagara-Fluesses auf den Weg zu den Faellen. Am Weg wurde man informiert das die Faelle immer weiter nach Nordern wandern, durch ein Wasserkraftwerk wurde die Wandergeschwindigkeit jetzt aber von 3m pro Jahr auf 30cm in 10 Jahren reduziert - ist auch einfacher fuer den Tourismus :-) und sonst wuerde ja bald der gane Erie-See ueber die Boeschung schwappen. Nach 30min Gehzeit bin ich bei den Faellen angekommen und ich kaufte mir sofort ein Ticket fuer die "Maid of the Mist", ein Schiff, das einen ganz nahe an die Horseshoe Falls bringt, dabei wird man auch ziemlich nass. Nach dem nassen Vergnuegen besuchte ich noch den Tunnel, wo man die Faelle von hinten sehen kann - was aber ziemlich langweilig ist, da man nur eine weisse Wassermauer vor sich hat. Interessanter war die Aussichtsplattform direkt neben den Faellen, wo man gut sehen konnte, welche Massen an Wasser da runterstuerzen. Dann wechselte ich ueber die Bruecke nach Niagra Falls, New York. Die Einreise war bis auf ein wenig Wartezeit relativ unkompliziert und da ich das Visa-Waiver schon hatte, musste ich auch keine 6$ Cash zahlen. Dort gings weiter auf Goat-Island. Goat-Island ist vielleicht die beste Moeglichkeit die Niagara-Faelle zu beobachten, man kann sowohl die amerikanischen als auch die kanadischen Horse-Shoe Falls von der Naehe sehen. Wieder zurueck in Kanada - die liessen mich auch wieder rein - kehrte ich zurueck ins Hostel, wo ich mich nach einem frisch gegrillten Burger der Pub-Tour anschloss. Dabei lernte ich einen Deutschen und ein Schweizer Paerchen kennen. Die Schweizer ware schon in ganz Kanada und haben einen ziemlich extremen Wildlife Urlaub gemacht, aber davon kann ich dann mehr zuhause erzaehlen. Am naechsten Tag gings weiter ins nahe Buffalo, auch diesmal funktionierte die Einreise wieder ziemlich problemlos. Buffalo, Oesterreichern vor allem durch Eishockey ein Begriff, ist, trotz 1,5 Mio. Einwohnern, ein Kaff. Hier gibts nicht viel zu sehen, ausser ein paar Art-Deco Hochhauser. Aber das schlimme ist, dass die Stadt voellig ausgestorben ist. Keine Schanigarten, keine Cafes und keine Leute. Ein bischen mehr los war dann am Erie-See, aber auch nichts besonderes. Aber da lernte ich ein paar nette Leute kennen, mit denen ich dann den Nachmittag verbrachte. Die Nacht verbrachte ich dann im Greyhound bzw. am Busterminal in Cleveland, wo wir 3 Stunden auf den Anschluss nach Chicago warten musste. Ein bischen fertig kam ich dann so um 11 in Chicago an.

Freitag, 31. August 2007

Montreal, Ottawa, Toronto

So jetzt bin ich schon laenger nicht mehr zum schreiben gekommen, weil ich die Zeit immer zum Quartier suchen und buchen brauchte. Aber von Anfang an:
Letzte Woche war ich in Kanada, zuerst in Montreal, dann einen Nachmittag in Ottawa und zum Schluss noch in Toronto und natuerlich Niagra Falls.
Die 3 Staedte sind komplett unterschiedlich, Montreal franzoesischsprachig und stolz drauf. Hier lebt man ein wenig lockerer, es tut sich sehr viel, die Leute sind gut drauf, auch wenn die Kommunikation aufgrund meiner eingeschraenkten franzoesich-Kenntnisse oft ein wenig schwierig ist. Am Samstag ging ich ein wenig fort und speiste dabei eine ausgezeichnete Quebez-Kaeseplatte, am Sonntag ging ich durch den Park Mont Real und hatte Glueck, da dort ein Skateboard, Inline-Skate, Rodel - Downhill Rennen stattfand - ziemlich verrueckt die Sache. Am Sonntag abend schloss ich mich der vom Hostel organisierten Pub-Tour an, die uns nach 2 Pubbesuchen in einen Club, wo ausschliesslich franzoesische Musik gespielt wurde, fuehrte. War ziemlich lustig dort, um 4 Uhr gings dann nach Hause.
Am Montag brach ich dann nach Toronto auf, mit einem Stopp in Ottawa. Ottawa, die Hauptstadt Kanadas, ist ziemlich klein, durch die vielen Regierungsgebauede aber sehr schoen. Durch die neugotische Architektur wirkt die Stadt irgendwie europaeisch.
Toronto, eine der groessten Staedte Nordamerikas, ist dagegen totoal amerikanisch. Mir hats dort ehrlich gesagt nicht sehr gut gefallen, einerseits war das Hostel scheisse und auch sonst kann man nicht viel erleben. Attraktion ist der CN-Tower, der hoechste Turm der Welt, da das Wetter aber ein wenig diesig war, konnte man leider nicht ueber den ganzen See bis zu den Niagara-Faellen sehen. Am Abend bin ich zufaellig noch bei der "Canada National Exhibition" gelandet. Das ist eine riesige Messe mit Jahrmarkt. Da gabs auch eine gratis Eislauf- und Artistenshow zu Musicalklaengen, hat mir ganz gut gefallen und hat den Toronto-Aufenthalt doch noch positiv gemacht. Am Abend schlenderte ich noch durch das Fortgeh-Viertel, wo es aber im Vergleich zu Montreal kaum interessante Bars gibt, nur ein paar Clubs, wo sich die Tussis stundenlang anstellen - was m.M. keinen Sinn macht, da die Clubs eh um 2 wieder schliessen. Am naechsten Tag gings dann weiter nach Niagra Falls, Ontario.

Freitag, 24. August 2007

Spectacle Island

Den Freitag nuetzte ich zum Ausspannen. Nachdem ich die Faehre nach Provincetown / Cape Code verpasste, fuehr ich stattdessen zur nahe gelegen Spectacle Island.
Da gabs einen Sandstrand und ich legte mein Gepaeck gleich neben dem Baywatch. Der Atlantik ist hier saukalt (so a la Lunzer See), trotzdem genoss ich es, ein wenig im Wasser zu plantschen. Da sich sonst kaum wer rein wagte, hatte die Rettungsschwimmer von M-Bay nicht viel zu tun.
Um 5 gings dann zurueck nach Boston. Dort traf ich mich noch kurz mit Niki, schlenderte noch ein wenig durch Boston, um dann viel zu frueh am Busterminal anzukommen. Gluecklicherweise lernte ich dort Rachel aus Providence, Rhode Island kennen. Wir hatten eine angeregte Unterhaltung und so vergingen die 3 Std. Wartezeit auch ziemlich schnell. Die Busfahrt nach Montreal war ziemlich anstrengend und obwohl ich doch einige Stunden schlafen konnte, kam es mir vor, wie wenn ich kein einziges Auge zugemacht haette.

Donnerstag, 23. August 2007

Beacon Hill und Cambridge

Boston ist DIE Universitaetsstadt der USA. Es gibt hier ca. 50 Unis und Colleges, die 2 beruehmtesten, MIT und Harvard liegen am anderen Ufer des Charlie River in Cambridge.
Zuvor wanderte ich aber noch durch Beacon Hill, der schoensten und teuersten Gegend von Boston. Die Allen und Backsteinhaueser waren wirklich sehr huebsch, als Oesterreicher war ich aber nicht so begeistert wie der Reisefuehrer oder andere Reisende.
Dann gings ueber die Bruecke rueber zum MIT. Noch etwas muede vom Vortag, machte ich es mir zuerst auf dem Uni-Campus gemuetlich, um dann die Uni-Tour mitzumachen. Ich war ziemlich beeindruckt von der Uni. Hier wird fuer die Studenten alles getan und neben der ausgezeichneten technischen Ausbildung, bekommen die Studenten auch noch sonst noch einiges geboten: gratis Schwimmkurse, Golf-Stunden, Segelunterricht, etc. dazu noch gratis Fitnessraum und jede Menge Sportvereine, wo man Mitglied werden kann. Nebenbei wird auch fuer den Kopf einiges geboten, die Bibliothek hat immer geoffnet und neben den technischen Faechern MUESSEN die Studenten auch einige Kurse in den Humanwissenschaften machen, z.b. Geschichte, Politikwissenschaften, Musik oder Kunst. Am Campus muss man auch keine "Tax" (UST) zahlen. Die Tour wurden von einem Studenten gemacht, der naechstes Jahr auch in einem Film mitspielt, wo MIT-Studenten nach Vegas fliegen, und ziemlich viel Geld verdienen.
Vom MIT machte ich mich auf dem Weg nach Harvard. Da ich die Entfernung ein wenig unterschaetzte, war ich ziemlich lange unterwegs. Ausgezahlt hat es sich ehrlich gesagt nicht wirklich. Harvard ist aus touristischen Gesichtspunkten ziemlich langweilig und hat irgendwie mehr den Charme einer Kaserne.
Dann gings weiter zum Baseball-Stadion der Red Sox (wo ich leider nicht mehr rein kam) und dann weiter zum Prudential, dem hoechsten Gebauede in Boston. Statt dem Skywalk im 50. Stock, entschied ich mich fuer die Bar im 52. Stock, wo ich bei einem Sam Adams, einen tollen Blick ueber die ganze Stadt hatte.
Niki hat im Hostel inzwischen Vici aus Linz-St.Magdalena und Maria aus Bruck/Mur kennengelernt. Wir verbrachten den Abend wieder mit ein paar Bier. Niki war nur etwas arm dran, da sie als Ostdeutsche nicht viel von unseren Gespraechen verstand.

Mittwoch, 22. August 2007

Whale Watching

Am Mittwoch leistete ich mir die "Whale Watching" - Bootstour, nachdem Allessandro aus Turin, der am Tag davor mit mir fruestueckte, so davon geschwaermt hatte. Mit einem Highspeed-Katamoran gings raus auf die See. Das Boot fetzte gleich ziemlich weg, sodass sich die Speibsackerl nur so fuellten. Es war auch kaum moeglich sich am Deck zu bewegen, da das Schiff viel zu stark schaukelte. Nach ca. 1,5 Std. reduzierte das Boot die Geschwindigkeit und hielt nach Walen ausschau. Einige Minuten spaeter tauchte auch schon der erste Riese auf. Die Wale waren ziemlich nahe, nur man musste flink sein, um einen Wal zu sehen oder zu fotorgrafieren, da sie schnell wieder untertauchten - und man wusste nie, ob sie wieder auftauchen werden. Nach gut 1 Stunden und einigen Walen drueckte der Kapitaen wieder auf die Tube und es ging wieder zurueck nach Boston. Es war schon beeindruckend, diese Riesen-Tiere mal aus der Naehe zu sehen.

Danach fuehr ich zurueck ins Hostel. Im Bus traf ich Ryan und wir entschlossen uns kurzerhand noch ein Bier bei Brooks Pharmacie zu kaufen. Nach ein paar Bier auf der Terasse mit Ryan, Christof und Niki gingen wir in Everett essen. Weil Niki gerade erst angekommen ist und etwas muede war, beschlossen wir nicht mehr nach Boston zu fahren und stattdessen noch auf der Terasse ein paar Bier zu trinken. Dort setzte sich auch noch Xavier aus Versailles und spaeter Antje aus Dresden zu uns. Wir hatten einen gemuetlichen und sehr lustigen Abend.

Dienstag, 21. August 2007

Freedom Trail

Wie fast jeder weiss, gabs in Boston die Boston Tea Party, und auch viele andere Ereignisse und Personen waren massgeblich an dem Weg zur Unabhaengigkeit beteiligt. Deshalb gibts hier eine rote Linie, die quer durch die Stadt fuert und man so alles ueber den Weg zur Freiheit zu sehen bekommt. Am Weg traf ich ein Grazer Paerchen, die auch ueberlegten, ob 11$ fuer 1,25 Pfund Lobster ein guter Preis sind. Entlang der roten Linie war auch ein Friseur, wo ich gleich reinging. Der Bunker Hill Barber Shop hatte - bis dass sie einem die Haare schneiden - mit einem Friseur bei uns nicht viel gemeinsam, aber das erzaehl ich dann zu Hause. Im Hostel lernte ich einige Leute kennen, mit denen ich in Boston essen ging und das erste Mal in meinem Leben einen Lobster probierte - das Maedel aus Washington hoerte gar nicht mehr auf zu lachen...
Danach wollten wir noch in eine Bar gehen, da ich aber keine "ID" mit hatte - das ist hier ganz anders wie in N.Y., wo ich ueberall reinkam, kamen wir bis auf die Bar "Cheers" (war Kulisse fuer die gleichnamige Sitcom) nirgends rein und machten uns deshalb auf dem Weg nach Hause.

Montag, 20. August 2007

Ankunft in Boston

Am Montag gings mit Fung-Wah Bus nach Boston. Fung-Wah ist ein Chinatown Bus, der um sensationelle 15$ nach Boston faehrt. Der Bus faehrt alle 30 Minuten und war sehr angenehm - halb voll und halbwegs gemuetlich, kann ich nur weiterempfehlen. In Boston besorgte ich mir erstmals ein Hostel und gluecklicherweise waren nicht alle ausverkauft.
Das Hostel liegt ausserhalb von Boston in Everett, nennt sich Prescott Hotel, und John Lennon hat hier auch mal uebernachtet ;-)
Am Abend gings dann noch nach Boston in ein Grill - da hier die Leute einen ziemlich starken Akzent haben, bekam ich meinen Burger "well raw" statt "well done". Schmeckte trotzdem ganz gut. Danach schaute ich noch eine zeitlang bei einem Softball-Game zu - die Teams spielten in mixed Teams. Das Spiel war um einiges interessanter als das Baseball-Match der Red Sox, das vorher im Fernsehen viel.

Sonntag, 19. August 2007

Becks hits New York

Am Donnerstag hab ich mir die New York Post gekauft und geschaut, ob's irgendwelche Sportereignisse sind. Dabei entdeckte ich, dass am Sonntag ein Heimspiel von Red Bull N.Y. vs. L.A. Galaxy ist. Als Fussballfan denk ich mir, dass sollte ich mir nicht entgehen lassen, auch wenn "Soccer" hier keinen interessiert.
Am Samstag war ich mir da nicht mehr so sicher, denn die New York Post titelte auf Seite 1 in grossen Lettern "Becks hits N.Y." So machte ich mich auf den Weg zum Giants Stadium und da kommt man nur via Shuttle-Bus hin. Waehrend der Busfahrt hatte ich eine nette Unterhaltung mit einer Dame aus Nordengland, die fuer die EU-Kommision bei den Vereinten Nationen arbeitete. Sie erzaehlte mir, dass ihre "Chefin", Fr. Ferrero-Waldner, auch staendig hier ist - ueber die sie ein englisches Wort verwendete, dass ich nicht kannte, es war aber eher negativ.
Dort angekommen, in wenigen Minuten ist Anstoss, ging ich direkt zum Eingang und es passierte das, was passieren musste - die Karte war ungueltig (siehe Post zuvor). Das Spiel war aber doch nicht ausverkauft und so investierte ich nochmals 40$, um doch noch reinzukommen. Drinnen angekommen, staunte ich, dass wirklich nur mehr einige wenige Plaetze im 60.000 Zuschauer fassenden Stadion frei waren. Beckham genuegt, um die Massen fuer Fussball zu begeistern.
Das Spiel entschaedigte aber dann fuer einiges, v.a. weil die Amis anscheinend Fussball ohne Defensive spielen. So ging Red Bull auch nach einigen Minuten in Fuehrung, doch Galaxy glich postwendend aus und gingen nach einem Eckball von Beckham auch gleich in Fuehrung. 8 Minuten - 3 Tore. Dann war ein wenig Flaute, aber nur was die Tore betrifft, Chancen gab es auf beiden Seiten wie am Fliessband. Vor der Pause war ein Angriff von Red Bull dann doch noch erfolgreich und die Mannschaft von Markus Schopp (spielte aber nicht, weil verletzt) konnte ausgleichen. In der zweiten HZ gings dann so weiter: 3:2, 4:2, 4:3, 4:4 und in den letzten Minuten schaffte es Red Bull noch, den Siegestreffer zu erzaehlen. Nochwas zu den Zuschauern: wie erwartet gibts weder Fahnen noch Gesaenge, abgesehen von einem spaerlichen "Let's go, Red Bull". Nur die Welle ging staendig durchs Stadion, auch als Red Bull in Rueckstand war. Dazu kam noch, dass Beckham von einigen Zuschauen bei jedem Freistoss und Eckball ausgebuht wurde.
Nach dem Spiel war die Schlange fuer die Rueckfahrt nach N.Y. noch um einiges laenger als bei der Hinfahrt. Ich wartete ca. 1 Stunde. Die Amis nehmen sowas aber mit erstaunlicher Gelassenheit zur Kenntnis, vordraengen oder reindraengen tut sich da niemand. Im Bus plauderte ich dann noch mit einer Freundesgruppe aus Brooklyn. Ich erzahlte Ihnen ueber die Stimmung bei Fussballspielen in Oesterreich. Sie waren begeistert, als sie von den Gesaengen und Choreographien hoerten. Sie wuerden auch gern sowas machen, aber sie wissen nicht mal, wie sie Fahnen oder anderes Material ins Stadion bringen sollen.

Harlem

Sonntag ist und als braver Christ, gehe ich natuerlich in die Kirche. In New York mache ich das in Harlem, wo ich eine Gospelmesse besuchte. Danach gings zu Miss Maude's brunchen, wo es ein ausgezeichnetes Fruestueck gab.

In Harlem fand so ein Art Fruehshoppen oder Kirtag statt, mit Maiskolben und Gegrillten, nur statt Blasmusik spielten die DJs Jazz und HipHop.

Am Nachmittag besuchte ich die Neue Gallerie, wo oesterreichische und deutsche Kunst ausgestellt wird.

Danach machte ich noch einen Sprung nach Queens zu "Bohehiam Beer Hall & Garden", wo ich ein angeregtes Gespraech mit zwei frisch verheirateten Amerikanern hatte.

Zurueck im Hostel traf ich auf Maria, die gerade von Camp America kam, das ist ein Art Jungscharlage fuer 10.000 Kinder. Sie war dort 10 Wochen und war ziemlich fertig. Dann machte sie mich etwas nervoes, denn sie erzehlte, dass in Boston alle Hostels ausgebucht sind. Ich werde trotzdem dorthin weiterreisen.

Samstag war nicht mein Tag...

Meine erste Aufgabe am Samstag war, einen Stromadapter zu besorgen, da der Akku vom Photoapparat aus war. Sollte kein Problem sein, dachte ich, nachdem mir der Herr von der Rezeption sagte, sowas gibts gleich im Geschaeft nebenan. Doch dort waren Adapter ausverkauft. So fragte ich nochmals bei der Rezeption - inzwischen hat die Rezeption gewechselt - wo ich sowas bekomme. Die Dame schickte mich zu Duane Reed (Drogeriemarkt), weils dort billiger ist. Das Gegenteil war der Fall, der Adapter kostete 35$. Scheiss drauf was solls, gekauft, wieder nach Hause, Adapter passte nicht, wieder zurueck zum Geschaeft, um ihn zurueckzugeben, Rechnung vergessen, wieder ins Hostel, wieder Geschaeft. Zum Glueck nahmen sie den Adapter zurueck, obwohl ich die Verpackung schon aufgeriessen hatte. Nur musste ich eine halbe Stunde auf den Manager warten. Schon ziemlich veraergert, fragte ich den Manager so lang, bis er mir ein Geschaeft sagte, wo ich einen Adapter bekomme. So ging ich die 8th Av. weiter bis zur 38th Str. und fand dort ein Chinesen-Geschaeft, die wirklich einen Adapter hatten - zum vernuenftigen Preis von 6$. Waehrend dem Aufladen ging ich Duschen und Fruehstuecken, danach Richtung 5th Av. Bei Macy's (angeblich groesstes Kaufhaus der Welt) kam ich drauf, dass ich meine Metro-Karte vergessen hatte. So wieder zurueck ins Hostel - alles durchsucht, nicht mehr gefunden, wieder umsonst. So weiter zum Empire State Building, da das Wetter sehr schoen war, wollte ich nochmals einige Dollar fuer eine Aussicht ueber die ganze Stadt ausgeben, doch die Schlange war mir schlussendlich zu lang. So schlenderte ich ein wenig durch Little Korea, wo's eine Menge Friseure gibt, die auch alle Arten von Massagen anbieten. Dann ging ich weiter zu Grand Central Station, bestaunte den schoenen und riesigen Bahnhof und ging durch einen Delikatessen-Markt, wo's u.a. Tiroler Bauernschinken und Debreziner zu kaufen gab, weiter zu den Vereinten Nationen. Dort zahlte ich 15$ fuer die Tour, sonst kommt man nicht rein. Das Geld war es aber nicht wert, der Guide war zwar sehr gut, aber man bekam nur haessliche Sizungsraeume zu sehen (Sicherheitsrat, Hauptversammlung, etc.) So danach ging ich ein bischen Auslagen-Schauen auf die 5th Avenue. Da war schon die Hoelle los, Unmengen von Leuten. Nach einem kurzen Abstecher bei Tiffany's - der Liftman schwaermte von seinem Oesterreich-Aufenthalt im Salzbergwerk - machte ich mich auf dem Weg zum Port Authority Bus Terminal, wo der Bus zum Giants Stadium weggeht. Der kuerzeste Weg dorthin fuehrte ueber den Time Square, was mir gelegen kam, da ich da noch nicht war. Leider war das keine gute Idee, den da war die Hoelle los. Weder Autos noch Fussgaenger kamen mehr vorwaerts. So kam ich mit ca. 45 Minuten Verspaetung am Busterminal an und war schon etwas unruhig, ob ich noch rechtzeitig zum Spiel Red Bull N.Y. vs. L.A. Galaxy komme. Der Busterminal war riesigst und ich hatte keinen Schimmer, wo der Bus wegfaehrt. 400 Gates hatte ich zur Auswahl und alle Info-Staende waren geschlossen. Ein Schwarzverkaufer bot mir eine Karte an und erzaehlte mir, dass das Spiel schon ausverkauft war. Er wollte 100$ fuer die Karte, ich handelte ihn runter auf 50$ und schlug schliesslich zu. Jetzt noch eine Fahrkarte, aber den richtigen Schalter finden, war eben alles andere als einfach. So suchte ich Leute im Red-Bull Dress und fragte die. Nach weiteren 20 Minuten hatte ich schliesslich alle Karte, jetzt nur mehr zum Gate. Dort war aber schon eine 500m lange Schlange. Um ca. 19.10 bin ich schliesslich in den Bus eingestiegen.

Central Park

Am Freitag gings in den Central Park. Nachdem ich schon ein wenig geschlaucht war, brauchte ich ein wenig Erholung und der Central Park bietet das wirklich - Seen, Waelder, Fluesse, Wasserfaelle, dazu noch eine Menge Sportanlagen. Der Central Park bietet das alles und das mitten in der Stadt. Ich war den ganzen Tag dort, bis es um Regnen angefangen hat. Kurz unsicher, was ich machen sollte, entschied ich mich fuer einen Besuch im MoMa und hatte Glueck, da Fr abend gratis eintritt ist (20$ reguelar). Nach 3 Stunden Kunstflash von Klimt bis Warhol gings weiter zum Rockefeller Plaza. Da hier alles sehr teuer ist, riskierte ich einen Kebap (oder Gyros?) von der Strasse. Der war zwar ganz ok, aber unmoeglich zu essen, da sich das Pita gleich aufloeste, die Gabel war also nicht umsonst. Dann gings 70 Stockwerke rauf zum Rockefeller Center, wo mich ein Blick ueber ganz New York bei nacht geniessen konnte. Bevor ich mich schlafen legte, schaute ich noch schnell auf ein Bier in der Nachbarschaft vorbei, wo die Bardamen im Bikini ausschenkten. War aber langweilig dort, deshalb ging ich schlafen.

Downtown Manhattan

Obwohl ich am Vortag wenig Schlaf hatte, bin ich schon um ca. 9 aufgestanden. Jetlag gabs nicht. Nach einem kurzen Plausch mit einem Argentinier, hab ich mich dann auch gleich auf dem Weg zum Zentrum gemacht. Von WTC-Site (riesige Baustelle, da gibts nix mehr zu sehen) bin ich die Esplanade entlang zur Suedspitze und dann mit der Staten Island Ferry nach Staten Island. Dabei hat man eine gute Moeglichkeit die Freiheitsstatue zu sehen. Staten Island ist ganz anders wie Manhatten, ruhig, langweilig und nicht sehr schoen. Trotzdem hab ich einen kleinen Rundgang gemacht und bin in ein Cafe fruehstuecken gewesen, wo ich ein interessantes Gespraech mit der Chefin ueber Politik gefuert hat - sie war Hillary-Fan. Danach zurueck nach Manhattan durch den Financial District und in ein Grill was essen. Dort bediente mich eine irische Kellnerin, die auf Saison da ist (It's crazy here). Schon langsam komm ich drauf, dass hier niemand wirklich von da ist. Dann weiter an Wall Street und Rathaus vorbei nach Chinatown. Da ist wirlich alles auf Chinesisch, sogar die Strassenschilder sind zweisprachig und auch die Banken werben auf Chinesisch. Trotzdem ist es eigentlich ordentlicher wie ich gedacht habe, und ich hab auch nur ein Schwein gesehen, das in der Auslage gehaengt ist - und das war ein Ferkel. Ein paar Meter weiter war schon Little Italy - kleiner als Manhatten und ein bischen mehr Disneyland. Neben vielen italienischen Restaurants, gibts auch italienische Spezialitatenlaeden. Der naechste Block war dann schon in Soho, hab kurz in ein Kleidergeschaeft reingschaut (Levis 501 gibts hier um 30 $ - das sind ca. 25 EUR). Darauf bin ich via New York University zurueck ins Hotel.

Am Abend bin ich dann mit dem Argentinier, einem Mexikaner und einem Franzosen, der grad angekommen ist, fortgegangen. Nach einem kurzen Aufenthalt im Pravda - Cocktailbar im Russian Style) in Soho, versuchten wir in einem Club in Chelsea zu gelangen. Da kommt man aber nur rein, wenn man extrem lange wartet, Unmengen (ueber $ 200) konsumiert oder den Tuersteher besticht. Die Jungs haben sich fuer letzteres entschieden, ich mich wieder fuer Half King. Dort war zwar fast nix los. Nach kurzen Geplauder mit einem Maler (war ein bischen seltsam) hat sich Nicky zu mir gesetzt. Mit der wars net Plaudern und sie hat mich auch gleich auf einem Shot eingeladen. Um ca. 4 Uhr hab ich mich dann auf dem Weg nach Hause gemacht.

Anreise

Die Anreise nach New York war ziemlich anstrengend. In Warschau gabs 3 Stunden Verspaetung und somit bin ich erst ziemlich spaet angekommen. Die LOT ist nicht unbedingt eine Fluglinie die ich weiterempfehlen wuerde. Das Essen ist nicht besonders und die Flugbegleiter auch nicht sehr freundlich. Aber das eigentliche Problem war, dass von den 2 Formularen, die man fuer die Einreise braucht, eins nur auf Polnisch war. Mit Hilfe der anderen Fahrgaest hab ich das aber auch hinbekommen. Das zweite Formular war leider das Falsche, naemlich das fuer Visa-Reisende. Deshalb hab ich dann etwas Probleme bei der Einreise gehabt, zum Glueck hat der Offizier der Homeland Security noch ein richtiges bei sich liegen gehabt. Nachdem ich dann schon ueber 20 Stunden unterwegs war gings mit dem Airtrain nach Jamaica Station und von dort mit der U-Bahn nach Manhattan. In der U-Bahn machte ich dann erstmals Bekanntschaft mit den New Yorker und ich muss zugeben einige Gestalten floesten mir doch ein bischen Angst ein. Von der U-Bahn hab ich dann gleich das Hotel gefunden und es funktionierte alles ohne Probleme. Danach ging ich dann noch ein wenig fort - zuerst in irgendeine Tavern, wo grossteils junge Leute waren und danach ins Half King. Dort bestellte ich Guiness & Beef und ich glaubte, das ist ein Special Offer, wo das Guiness dabei ist. Dabei heisst aber das Essen so, das Guiness musste ich noch extra bestellen. Das Essen war davor vorzueglich - gekochtes Rindfleisch mit viel Gemuese - wirklich ausgezeichnet. Nach ca. 26 Stunden ohne Schlaf hab ich mich schliesslich auf dem Heimweg gemacht und mich schlafen gelegt.

Sonntag, 5. August 2007

In 10 Tagen gehts los!


In 10 Tagen gehts los mit meiner Reise in die USA und Kanada, der Flug nach New York ist schon gebucht, alles weitere lass ich mal auf mich zukommen. Ein wenig nervös bin ich wegen den Einreisebestimmungen, bei den Amis weiss man ja nie, ob denen irgendwas nicht passt. Aber da bei meinem Freund Steve auch alles problemlos geklappt hat, wird bei mir wohl auch nix passieren. So das nächste Mal meld ich wieder wenns was interessanteres zum Schreiben gibt.