Am Samstag bin ich in Chicago angekommen und nachdem alle Hostels ausgebucht waren, uebernachtete ich erstmals eine Nacht im Hotel Wacker. Ein etwas veraltetes Hotel, aber immerhin mit grossen Bett und Fernseher. Ausserdem lags nahe dem Zentrum und dem Fortgehviertel. Da ich aber etwas geschlaucht war, schaute ich mir erstmals im Fernsehen Barcelona gg. Inter Mailand an. Obwohl das Spiel sehr gut und torreich war, schlief ich trotzdem nach 5 Minuten ein. Wieder aufgewacht am Abend, schlenderte ich noch ein wenig durch das Viertel, streifte die Einkaufsmeile Michigan Avenue und ging dann Abendessen in ein Pub. Immer noch etwas muede, ging ich dann um 12 Uhr nach Hause.
Am Sonntag wechselte ich vom Hotel ins Hostel. Da man erst um 5 Uhr einchecken kann, gings weiter zum Jazzfest Chicago, das im nahen Grant Park stattfand. Dort lauschte ich ein wenig der Musik, riskierte ein "richtig amerikanisches" Essen, naemlich ein Rib Sandwich - 2 Kotellets in Unmengen von Barbecue Sauce (das muss Homer Simpson einfach schmecken), schlenderte ein wenig den See entlang und landete wieder beim Jazzfest. Am Abend erkundete ich noch die Stadt zu Fuss, indem ich einfach kreuz und quer durch die Strassen ging und landete in "Blue Chicago", einen Blues-Club, wo gleich 2 Bands an einem Abend spielten. Nach ein paar Cocktails, machte ich Bekanntschaft mit einem frisch vermaehlten Paar aus Pittsburgh, die mir so ziemlich alle bekannten Staedte der USA aufzaehlten, wo ich unbedingt noch hinschauen muss.
Am Montag war es wieder extrem heiss und deswegen entschied ich mich sofort fuer einen der Straende Chicagos. Am North Avenue Beach, fruestueckte ich erstmals am Sonnendeck, wo mir ein Paerchen ein paar Tips gaben, was ich in Chicago und den USA alles unternehmen soll (Go to the Cubs!). Danach relaxte ich einmal am wunderschoenen Sandstrand. Nachdem ich einige Kapiteln in meinen Buch gelesen hatte, hoerte ich, dass am Sonnendeck schon die Party startete, und wechselte wieder dorthin. Die Live-Band sorgte fuer ziemlich gute Stimmung und auch der Mojito schmeckte ziemlich gut. Dort lernte ich auch Dan, Megan und Peter kennen, mit denen ich mich auf Anhieb gut verstand. Nach ein paar weiteren Mojitos und Bier, teilte ich mir mit Peter ein Taxi und fuehr zurueck ins Hostel. Etwas ausgelegt von der Sonne und leicht betrunken, schlief ich im Bett ein und verzichtete auf weiteres Abendprogramm.
Am Dienstag machte ich, trotz des heissen Wetters, eine kleine Stadttour. War aber, da mir der "El" (Hochbahn von Chicago) den Schlaf raubte (ging direkt an meinem Zimmer vorbei), nicht wirklich motiviert. So machte ich im Millenium Park auch gleich ein kleines Nickerchen. Wieder erholt gings die Kueste entlang zum Navy Pier und dann mit der roten Linie weiter nach Lake View. Waehrend ich die Clark Street entlang schlenderte, entdeckte ich "Wiener Circle", ein Wuerstelstand, wo sie die echten Chigacoer Hot Dogs - Vienna Beef - verkauften. Mit Wien hat der Hot Dog aber nur die Unfreundlichkeit der Bediensteten gemein, sonst nicht sehr viel. Der Vienna-Beef Hot Dog besteht aus einem kleinen Wohnweckerl mit Franfuerter Wuerstel und dazu schaffen sie es irgendwie noch Unmengen von Zutaten reinzupacken: riesige Essiggurkel, Pfefferoni, Zwiebel, Sellerie, Senf und noch einiges aber KEIN Ketchup. Ich ging dann noch die Clark Street weiter nach Wrigley, wo ziemlich viel los war, da gerade ein Spiel der Cubs startete - in Chicago dreht sich alles um Baseball, dann erst kommt Football und Fussball, fuer die frueher so erfolgreichen Chicago Bulls interessiert sich ueberhaupt niemand mehr.
Am Abend ging ich mit Megan, Dan und Peter in ein franzoesisches Bistro essen - war ausgezeichnet und danach noch auf ein paar Bier in ein nahes Pub mit ausgezeichnetem Bier-Menue, u.a. auch Stiegl Bier, welches Meg und Dan gleich testeten.
Der Mittwoch stand wieder im Zeichen von Sightseeing, ich fuehr nach Wicker Park, wo es coole Cafes und Geschaefter gab. Somit ging ich zum ersten Mal Shopping und kaufte auch gleich etwas. Danach fuhr ich wieder zuruck zur Loop (=Zentrum) und fuhr auf den Sears Tower rauf, den hoechsten Gebauede Amerikas. Da das Wetter aber etwas schlechter wurde - endlich denn es war schon extrem schwuel - war die Aussicht nur so lala, aber gut genug um die Skyline von Chicago zu bewundern.
Heute gehts dann weiter nach Washington, D.C. Da die Busfahrt ziemlich lange ist, habe ich mir einen Flug gegoennt.
Donnerstag, 6. September 2007
Samstag, 1. September 2007
Niagara Faelle und Buffalo
Nach Toronto gings zu den relativ nahe gelegenen Niagara-Faellen, vielleicht DAS landschaftliche Highlight Nordamerikas (aber da wird wohl jeder seine eigene Meinung haben). Wir kamen ohne Verspaetungen in Niagra Falls, Ontario an und das Hostel war auch nur einen Katzensprung vom Busterminal entfernt. So checkte ich dort schnell ein und machte mich zu Fuss entlang des Niagara-Fluesses auf den Weg zu den Faellen. Am Weg wurde man informiert das die Faelle immer weiter nach Nordern wandern, durch ein Wasserkraftwerk wurde die Wandergeschwindigkeit jetzt aber von 3m pro Jahr auf 30cm in 10 Jahren reduziert - ist auch einfacher fuer den Tourismus :-) und sonst wuerde ja bald der gane Erie-See ueber die Boeschung schwappen. Nach 30min Gehzeit bin ich bei den Faellen angekommen und ich kaufte mir sofort ein Ticket fuer die "Maid of the Mist", ein Schiff, das einen ganz nahe an die Horseshoe Falls bringt, dabei wird man auch ziemlich nass. Nach dem nassen Vergnuegen besuchte ich noch den Tunnel, wo man die Faelle von hinten sehen kann - was aber ziemlich langweilig ist, da man nur eine weisse Wassermauer vor sich hat. Interessanter war die Aussichtsplattform direkt neben den Faellen, wo man gut sehen konnte, welche Massen an Wasser da runterstuerzen. Dann wechselte ich ueber die Bruecke nach Niagra Falls, New York. Die Einreise war bis auf ein wenig Wartezeit relativ unkompliziert und da ich das Visa-Waiver schon hatte, musste ich auch keine 6$ Cash zahlen. Dort gings weiter auf Goat-Island. Goat-Island ist vielleicht die beste Moeglichkeit die Niagara-Faelle zu beobachten, man kann sowohl die amerikanischen als auch die kanadischen Horse-Shoe Falls von der Naehe sehen. Wieder zurueck in Kanada - die liessen mich auch wieder rein - kehrte ich zurueck ins Hostel, wo ich mich nach einem frisch gegrillten Burger der Pub-Tour anschloss. Dabei lernte ich einen Deutschen und ein Schweizer Paerchen kennen. Die Schweizer ware schon in ganz Kanada und haben einen ziemlich extremen Wildlife Urlaub gemacht, aber davon kann ich dann mehr zuhause erzaehlen. Am naechsten Tag gings weiter ins nahe Buffalo, auch diesmal funktionierte die Einreise wieder ziemlich problemlos. Buffalo, Oesterreichern vor allem durch Eishockey ein Begriff, ist, trotz 1,5 Mio. Einwohnern, ein Kaff. Hier gibts nicht viel zu sehen, ausser ein paar Art-Deco Hochhauser. Aber das schlimme ist, dass die Stadt voellig ausgestorben ist. Keine Schanigarten, keine Cafes und keine Leute. Ein bischen mehr los war dann am Erie-See, aber auch nichts besonderes. Aber da lernte ich ein paar nette Leute kennen, mit denen ich dann den Nachmittag verbrachte. Die Nacht verbrachte ich dann im Greyhound bzw. am Busterminal in Cleveland, wo wir 3 Stunden auf den Anschluss nach Chicago warten musste. Ein bischen fertig kam ich dann so um 11 in Chicago an.
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